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Berlin
Business Wirtschaftsprofil Nach der deutschen Wiedervereinigung von 1990 erlebte Deutschland eine turbulente Zeit, da es sich der gewaltigen Aufgabe stellen musste, ein kapitalistisches und ein kommunistisches Wirtschaftssystem zu vereinigen. Während des Kalten Krieges war West-Berlin eine stark subventionierte kapitalistische Enklave, während es in Ostberlin unter dem kommunistischen System nur sehr wenige private Unternehmen gab. Da ineffiziente ostdeutsche Betriebe geschlossen wurden, sah sich Berlin in der Zwischenzeit einer sehr hohen Arbeitslosigkeit ausgesetzt. Sehr große Summen musste die Stadt außerdem in die Modernisierung der Infrastruktur der beiden Stadthälften investieren.

Das neue Berlin mit seinen Wolkenkratzern mag zwar sehr eindrucksvoll aussehen, man sollte allerdings nicht vergessen, dass die Stadt momentan extrem verschuldet ist. Ausgesprochen viele neue Büroräumlichkeiten stehen leer, und die Arbeitslosenquote schwankte 1999 und 2000 zwischen 15 und 16%, lag damit also deutlich über dem Bundesdurchschnitt.

Ein großer Teil der Berliner Geschäftswelt war der Überzeugung, dass sich die Stadt wegen der zahlreichen Ostberliner, die Russisch sprechen und mit den geschäftlichen und gesellschaftlichen Gepflogenheiten des früheren Ostblocks vertraut sind, als ein Tor zum Osten entwickeln würde. Dies hat sich allerdings als ein Trugschluss erwiesen, denn viele internationale Unternehmen haben sich direkt in Prag oder Budapest angesiedelt und damit den Vermittler und Kosten gespart. Das Handelsvolumen Berlins mit Russland und der Tschechischen Republik ist im Jahr 2000 allerdings mehr gestiegen als der Bundesdurchschnitt. Auch hat sich innerhalb des letzten Jahres ein neuer Optimismus eingestellt, da immer mehr der kolossalen Bauprojekte in das Leben der Stadt integriert werden konnten.

Berlin hat wieder den Status der deutschen Hauptstadt erlangt, und die deutsche Wirtschaft verzeichnet erneut einen Aufschwung. Gleichzeitig verlagern die Entscheidungsträger in Sachen Wirtschaft ihren Sitz vom westlichen Zentrum nahe des Kurfürstendamms in das neue Zentrum rund um den Potsdamer Platz, Unter den Linden und die Friedrichstraße.

Zu den bekannten Namen, die sich in den neuen Bauten rund um den Potsdamer Platz niedergelassen haben, gehören u. a. DaimlerChrysler, Sony, Berliner Volksbank und ABB. Zu den wichtigsten Wirtschaftszweigen der Stadt zählen die elektrische, chemische, pharmazeutische und die Nahrungsmittelindustrie sowie der Maschinen- und Gerätebau und die Tourismusbranche, die immer mehr an Bedeutung gewinnt, da sich Berlin zum deutschen Reiseziel Nummer Eins entwickelt hat. Insgesamt 36% der Erwerbstätigen sind im Dienstleistungssektor tätig, 33% in der Industrie, 13% im Handel und im Verkehrswesen und 18% in der Regierung. 2004 hat Berlin einen Tourismusrekord aufgestellt: Mit knapp sechs Millionen Ankünften (plus 18,8%) und mehr als 13 Mill. Übernachtungen (plus 16,1%) von Gästen aus dem In- und Ausland wurde selbst das bisherige Boom-Jahr 2000 weit übertroffen. Und der Erfolgstrend geht weiter: Der Mai 2006 ist der bislang erfolgreichste Monat für den Berlin-Tourismus – vor dem bisherigen Rekordmonat September 2005 mit 664.000 Gästen und 1,5 Mio. Übernachtungen.

Das Internationale Congress Centrum (ICC), Messedamm 22 (Tel: (030) 303 80. Fax: (030) 30 38 23 25. Internet: www.messe-berlin.de), ist das Konferenzzentrum der Stadt. Die Industrie- und Handelskammer Berlin befindet sich in der Fasanenstraße 85 (Tel: (030) 31 51 00. Fax: (030) 31 51 02 78. Internet: www.berlin.ihk.de).
Geschäftsetikette Deutsche geben sich bei der Arbeit sehr professionell und dies zeigt sich auch in ihren Erwartungen hinsichtlich Pünktlichkeit, sachlichem Benehmen und der Aufmerksamkeit gegenüber Details. Am Telefon meldet man sich grundsätzlich mit dem Nachnamen anstatt mit einem einfachen „Hallo“. Personen sollten mit ihrem Titel (z. B. Herr Doktor) und Nachnamen angesprochen werden. Viele Geschäftsleute sprechen Englisch oder Französisch, ziehen es aber mitunter vor, Geschäfte in Deutsch abzuwickeln. Visitenkarten werden häufig ausgetauscht. Mit konservativer Kleidung fährt man zumindest beim ersten Treffen besser.

Die Geschäftszeiten sind normalerweise Mo-Fr von 08.00/09.00-16.00/17.00 Uhr, obwohl diese Zeiten kürzer sein können, da es in Deutschland mit die kürzesten Arbeitszeiten in Westeuropa gibt. In vielen Betrieben ist freitags schon um 14.00/1500 Uhr Feierabend. Treffen finden normalerweise zwischen 11.00 und 13.00 Uhr oder 15.00 und 17.00 Uhr statt, obwohl auch Treffen am späten Nachmittag (außer freitags) nicht unüblich sind. Geschäftsessen am Mittag (der Einladende zahlt normalerweise) kommen recht häufig vor, zum Frühstück allerdings nur selten.

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